Aus der Tierklinik am Stadtwald Frankfurt,
Leitender Tierarzt Dr. med. vet. Roger Bührer
Urolithiasis (Harngrieß, -kristalle, Blasensteine)
Volker Hach
Bis zu 3 % aller Hunde bilden im Laufe ihres Lebens Harngrieß oder
Harnsteine. Besonders häufig sind Welsh Corgies, Zwergschnauzern,
Mops, Lhasa Apso, Pekinese, Yorkshire Terrier betroffen. Aber auch Beagle,
Dackel, Dalmatiner, Bulldoggen, Bassets und manche Terrierarten erkranken,
seltener große Hunderassen. Rüden können bereits als Junghund
Harnsteine bilden. Allerdings kommt es bei Rüden häufiger zur
Verlegung ihrer Harnröhre, da diese länger ist und der Penisknochen
einen Widerstand bildet.
In etwa 50 % der Fälle ist den Steinen eine Infektion der ableitenden
Harnwege vorrausgegangen. Ein weiterer Faktor für das Entstehen von
Kristallen ist ein hoher pH-Wert, das geringste Risiko besteht bei angesäuertem
Urin mit einem Wert unter 6,2.
Diagnose:
Tiere mit Harnkristallen oder Steinen zeigen fast immer Symptome einer
Blasenentzündung: Blut im Urin, häufiges Harnabsetzen, Harndrang.
Im schlimmeren Fällen kommt es zur Verlegung der Harnröhre,
so dass kaum noch oder sogar gar kein Urin mehr abgesetzt wird. Im letzteren
Fall ist eine sofortige Therapie notwendig, um bleibende Schäden
und eien mögliches Nierenversagen für das Tier abzuwenden. Die
endgültige Diagnose Grieß, Stein und die Lage und Anzahl der
Urolithen wird durch Röntgen und/oder Ultraschall gesichert.
Therapie:
Bestimmte Steinarten können durch eine Diät aufgelöst werden
können. Hierbei ist aber zu bedenken, dass beim Abgang die Gefahr
des Verschlusses besteht.
Bei großen Mengen von Grieß und Steinen sollten diese chirurgisch
entfernt werden. Bei manchen Rüden können die Harnwege nur durch
einen kurzfristigen oder dauerhaften künstlichen Ausgang freigelegt
werden.
Eine bestehende Infektion sollte immer behandelt werden, es ist sinnvoll
den entsprechenden Keim zu bestimmen und ein Antibiogramm anzufertigen.
Der Stein wird in einem Labor analysiert und eine entsprechende diätetische
Therapie eingeleitet.
Prophylaxe:
Gries und Steine können wiederkommen!! Eine regelmäßige
Untersuchung der Blase und des Urins sind empfehlenswert.
Die Diurese (Wasserausscheidung) sollte gefördert werden. Dies erreichen
sie durch Verwässern des Futters und Wasser nach Belieben.
Eine Diät entsprechend der Steinanalyse (z.B. bei Ca-Oxalat-Steinen
oder Struvitsteinen Canine low pH Control).
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| Blase auf dem Röntgenbild |
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