Aus der Tierklinik am Stadtwald Frankfurt,
Leitender Tierarzt Dr. med. vet. Roger Bührer
Das Cauda equina-Kompressionssyndrom
Volker Hach
Die sogenannte Cauda equina ist die hintere Aufzweigung des Rückenmarks
in die Spinalnerven (Ischiasnerv, Schwanznerven). Das "Cauda-Equina-Kompressionssyndrom"
ist der Überbegriff für verschiedene Erkrankungen, die den Übergang
der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein betreffen und zu neurologischen
Symptomen oder Schmerzen führen.
Einengung des Rückenmarks nach Kontrastmitteldarstellungen |
Ursachen und Vorkommen:
Häufigste Ursachen für die auftretenden Beschwerden sind Instabilitäten
zwischen dem letzten Lendenwirbel und dem Kreuzbein, Bandscheibenvorfälle
oder Verdickungen der Bänder, die zu einer Einengung des Wirbelkanals
führen. Auch Entzündungen der Bandscheibe sowie Fehlbildungen
und Tumoren kommen als Ursachen in Betracht. Große Rassen sind am
häufigsten betroffen.
Symptome:
Die Symptome sind abhängig von Grad und der Lokalisation der Veränderung.
Erstes Symptom kann ein Schleifen der Zehen beim Laufen sein. Es treten
Lahmheiten oder ein schwankender Gang in den Hintergliedmassen auf. Viele
Tiere zeigen Schmerzäußerungen, v.a. beim Aufstehen und Springen.
In einigen Fällen treten Lähmungen der Hintergliedmaße
und/oder des Schwanzes sowie Harnabsatzstörungen auf.
Diagnose:
Klinische Untersuchung, Röntgenaufnahmen (Kontrastmitteluntersuchung)
sowie die Computertomographie ergeben die Absicherung der Diagnose.
Therapie:
Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Symptome. In einigen
Fällen führt eine Behandlung mit entzündungshemmenden und
schmerzstillenden Medikamenten zu einer Besserung der Symptome, die jedoch
häufig nur vorübergehend ist. Eine Operation bringt in vielen
Fällen eine Verbesserung des Zustandes.
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