Aus der Tierklinik am Stadtwald Frankfurt, Leitender Tierarzt Dr. med. vet. Roger Bührer

Hauttransplantation beim Kleintier zum Defektverschluss

Volker Hach

Eine der Hauptursachen für schwere Verletzungen mit offenen Wunden und Hautverlusten sind Verkehrsunfälle bei Kleintieren. Die Rekonstruktion des Weichteilmantels mit seinen Funktionen ist ein Primärziel der Behandlung schwerverletzter Tiere.

Das Ziel bei einem Hautdefekt ist der schnelle Verschluss. Jedoch muss man auch die Möglichkeit einer offenen Wundbehandlung abwägen, da eine Infektion zu Komplikationen in der Heilungsphase führen kann.

Der primäre Hautverschluss kann in der Regel innerhalb weniger Stunden nach dem Unfall durchgeführt werden. Dabei wird die Wunde gut gereinigt und die Wundränder mit einem adäquaten Faden vom Tierarzt verschlossen.

Bei stark verunreinigten, infizierten oder grossen Wunden kann auch eine sekundäre Wundheilung angestrebt werden. Nachteilig ist hierbei der ständige Abdeckung der Wunde mit einem Verband und eine lange Heilungsdauer (Abb. 1)

 

  infizierte Wunde     in der Heilungsphase    Abheilung nach 3 Monaten
Abb 1a infizierte Wunde   1b in der Heilungsphase   1c Abheilung nach 3 Monaten

Eine Beschleunigung des Heilungsvorganges kann durch eine Hauttransplantation erreicht werden. Diese kann entweder mit körpereigener Haut oder aber künstlicher Haut durchgeführt werden. Bei der Verwendung körpereigener Haut ist auf eine gute Durchblutung und spannungslose Abdeckung des verwendeten Hautareals zu achten. Es gibt viele verschiedene Techniken (z. B. Verschiebe-, Transpositions- oder Lappenplastiken) zur Abdeckung eines Hautdefektes (Abb.2 und 3).

 Ältere Wunde vor der Operation    nach der Hautverschiebung  
       
Abb. 2a Ältere Wunde vor der Operation   2b nach der Hautverschiebung  
  Wunde vor der Operation      nach Verschiebeplastik  
Abb. 3a Wunde vor der Operation   3b nach Verschiebeplastik  

Es können allerdings auch künstliche Hautprodukte verwendet werden. Diese bieten sich vornehmlich in Bezirken an, wo eine Abdeckung mit körpereigener Haut garnicht oder nur schwer möglich ist (Abb. 4).

 Wunde Unterbein vor Operation     Abdeckung mit künstlicher Haut  
Abb. 4a Wunde Unterbein vor Operation   4b Abdeckung mit künstlicher Haut  
 Heilung nach 6 Wochen      
3c Heilung nach 6 Wochen      

Die Hauttransplantation gehört in der Tiermedizin mittlerweile zu einem etablierten Verfahren zur Abdeckung kleinerer und größerer Hautdefekte.