Aus der Tierklinik am Stadtwald Frankfurt, Leitender Tierarzt Dr. med. vet. Roger Bührer

Korrekturen von Deformationen der Gliedmassen

Volker Hach

Deformationen von Gliedmassen mit Abweichungen von der normalen Achse werden in der tierärztlichen Kleintierpraxis häufiger vorgestellt. Die Ursachen liegt in einer falsch oder nicht behandelten Fraktur der langen Röhrenknochen bei Hund und Katze.

   Hinteres Gliedmaß vom Hund    Roentgenaufnahme der hinteren Gliedmasse  
  Abb. 1
Deformation der Hintergliedmasse
  Abb. 2 Röntgenbild des Unterschenkels:
deutliche Abknickung
 

Die Ausrichtung der Deformation als Valgus- oder Varusstellung (X- oder O-beinige Beinstellung) wird durch die Lokalisation (Verlagerung) der gebrochenen Knochenanteile bestimmt. Die Therapie ist in der Regel chirurgisch, da durch die Operation eine negative Beeinträchtigung der angrenzenden Gelenke vermieden wird.

   Roentgenaufnahme der Achsenkorrektur    Korrektur der Gliedmasse  
  Abb. 3 Deformation vor der OP   Abb 4. nach 6 Wochen mit
Fixateur externe
 
   Seitliche Ansicht nach der Operation  
  Abb. 5 Seitliche Ansicht nach der Operation      

Nur in Ausnahmefällen kann eine Gliedmassen-Deformation so belassen werden und das Tier ohne weitere Beeinträchtigung damit leben. In der Regel muss die Fehlstellung allerdings chirurgisch korrigiert werden. Dabei wird durch die Korrekturosteotomie (Durchtrennung des Knochens mit anschliessender Achsenkorrektur) die Wiederherstellung einer normalen Gliedmassenfunktion und die achsengerechte Stellung angestrebt.