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Aus der Tierklinik am Stadtwald Frankfurt,
Leitender Tierarzt Dr. med. vet. Roger Bührer
Die richtige Ernährung der Papageien
Volker Hach
Abwechslung ist Trumpf!
In der freien Natur wird sich kein Papagei ausschließlich
von Sämereien ernähren!
Obst und Gemüse sollten mindestens 50-60% der Gesamtfuttermenge
ausmachen!
Bevorzugt nehmen unsere Papageien fettreiche Saaten wie Sonnenblumenkerne
zu sich. Fett ist ein Geschmacksträger! Kinder würden sich auch
am liebsten von Schokoriegeln und Pommes Frites ernähren.
Beides ist an sich nicht schädlich, die Ernährung sollte jedoch
abwechslungsreicher gestaltet sein.
Bei unseren Papageien kommt es beim ausschließlichen Verzehr von
Ölsaaten zu einem Mangel an bestimmten essentiellen Aminosäuren
(Lysin, Methionin) und Vitaminen (Vit. A, E, Panthothensäure, Biotin).
Gleichzeitig stellen wir eine Überversorgung mit Fetten und nicht
essentiellen Eiweißen fest, welches zu Cholesterinablagerungen,
Arteriosklerose, Fettleberentstehung (insbesondere bei Amazonen!) und
Nierenfunktionsstörungen führen kann.
Dies führt nicht nur zu trockener und schuppiger Haut, schlechtem
Gefieder, Federrupfen, Leber- und Nierenbeschwerden, sondern begünstigt
durch eine Schwächung des Immun- und Kreislaufsystems auch Infektionen.
Hierbei ist an erster Stelle die Aspergillose zu nennen.
Papageien sind Nahrungsspezialisten, sodass es eine perfekte Ernährung
nicht geben wird. Eine Ergänzung mit Vitaminen und Spurenelementen
und essentiellen Aminosäuren ist daher sinnvoll (1-2 mal wöchentlich
Korvimin®, bei Krankheit und Belastungssituationen auch täglich).
Eine unausgewogene Ernährung kann dadurch aber nicht ausgeglichen
werden!!!
Bezüglich der Zusammensetzung ist pelletiertes Futter meist sehr
gut, bei ausschließlicher Gabe wird der Verdauungstrakt aber nicht
hinreichend stimuliert.
Zur Verdauung von Körnern braucht jeder
Papagei Grit (Magensteinchen) !!!!
Geeignet zur Fütterung sind
Cardysaat
Karotten
Blattspinat
getrocknete Vogelbeeren
Buchweizen
Blumenkohl
Löwenzahn
getrocknete Hagebutten |
Leinsamen
Vollkornbrot
Vogelmiere
Obstbaumrinde u. -triebe
Glanzsaat
Zwieback
Brokkoli
gekeimte Sämereien
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Negersaat
Paprika
Kiwi
Bananen
Hafer
Mais
Kirschen
Melonen |
Hirse
Gurken
Trauben
Apfelsinen
Apfel
Birne
Beeren |
Nudeln Kartoffeln
Reis
Bohnen (alles salzlos gekocht!) |
Gekeimte Sämereien sind ein besonderer Leckerbissen und zudem ernährungsphysiologisch
sinnvoll. Die übliche Körnermischung wird gut abgespült und für ca. 8 Stunden
gewässert. Nach gründlichem Waschen und anschließendem Trocknen wird eine
Hälfte verfüttert. Das restliche Saatgut wird feucht gehalten und am nächsten
Tag nach sehr gründlichem Spülen (danach allerdings wieder trocknen lassen)
verfüttert. Nun, zu Beginn des Keimens, ist es von ernährungsphysiologischer
Seite am wertvollsten.
Nur als Leckereien, bzw. mäßig zu füttern sind:
Nüsse (Schimmelpilzsporenträger!), Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Quark,
Hüttenkäse, Joghurt, Eigelb, Fisch, salzlos gekochtes Fleisch, Hühnerknochen
(Kalzium!), bei Sittichen und Kleinpapageien nicht zu viel Hirse
Als Sitzstangen und zum Beknabbern sind gut geeignet:
alle Obstbäume, Holunder, Kastanie, Linde, Pappel, Vogelbeerbaum, Weide,
Weißdorn, als Stangenmaterial Ahorn, Buche, Eiche, Esche, Ulme, Haselnuß,
Walnuß
Giftig oder unbekömmlich sind für Papageien:
(nicht vollständig!!!)
Akazie, Birke, Eibe, Goldregen, Schneeball, schwarze Heckenkirsche, Stechpalme,
Zwergholunder, Nadelbäume
Avocado
Becherpriemel
Bilsenkraut
Bittersüß
Brechnuß
Catharanthus
Christopheruskraut
Christusdorn
Clematis
Coffein
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Dieffenbachia
Efeu
Eibe
Fensterblatt (Monstera)
Flamingoblume
Goldtrompete
Helleborus
Hundspetersilie
Hyazinthen
Immergrün |
Kakteen (Verletzungsgefahr)
Kolbenfaden
Kornrade
Liguster
Lupinen
Madagaskarpalme
Nachtschattengewächse
Nadelbaumäste
Narzissen
Nikotin |
Oleander
Petersilie (umstritten)
Pfaffenhut
Philodendron
Porzellanblume
Primeln
Rhizinus
Schefflera
Spitzblume
Stechapfel |
Tabak !!!
Teflon
Tollkirsche
Weihnachtstern
Wunderstrauch
Wüstenrose
Zimmerspargel
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