Aus der Tierklinik am Stadtwald Frankfurt, Leitender Tierarzt Dr. med. vet. Roger Bührer

Die Schäferhundkeratitis

Volker Hach

Der graue Star (Katarakt) bezeichnet eine Trübung der Linse im Auge. Im gesunden Auge ist die Linse durchsichtig und im wesentlichen am Sehvorgang beteiligt. Mit fortschreitendem Alter des Hundes kommt es auch im gesunden Auge zu einer Verdichtung des Linsenkernes, die auch von Besitzer meist beobachtet wird. Diese "normale" Trübung der Linse wird als Nukleussklerose bezeichnet und führt zu keinerlei Seheinschränkung. Der graue Star hingegen führt meist zu Sehproblemen, im fortgeschrittenen Stadien sogar zur Erblindung. Der graue Star kann bei Tieren jeden Alters auftreten und kann ein- oder beidseitig vorliegen.

Ursachen:
Bei bestimmten Rassen ( Rauhhaarteckel, Golden Retriever, Deutscher Schäferhund, Labrador Retriever u.a.) liegen angeborene oder vererbte Formen der Katarakt vor. Als weitere Ursachen kommen schwere Verletzungen und Entzündungen des Auges sowie Allgemeinerkrankungen wie z.B. die "Zuckerkrankheit" (Diabetes mellitus) in Betracht. Erkrankungen der Netzhaut können ebenfalls eine Trübung der Linse verursachen.

Diagnose:
Die Diagnose wird an Hand des klinischen Bildes gestellt. Häufig wird eine Trübung der Linse und gewisse Anzeichen einer Seheinschränkung schon vom Tierhalter wahrgenommen. Der graue Star ist für das Tier nicht schmerzhaft, er kann aber in fortgeschrittenem Stadium durchaus zu schmerzhaften Veränderungen im Auge führen. Ein sehr reifer grauer Star führt oftmals zu starken Entzündungsreaktionen mit ansteigendem Augeninnendruck im Auge. Dieser erhöhte Augeninnendruck wird als "grüner Star" (Glaukom) bezeichnet und kann zu starken Schmerzen führen.

Therapie:
Die Therapie der Katarakt besteht ausschließlich in der operativen Entfernung der getrübten Linsenanteile und ggf. der Implantation einer Kunstlinse. Vor einer solchen Operation sollten eingehende Untersuchungen des inneren Auges vorgenommen werden. Die sonographische Untersuchung (Ultraschall) des Auges gibt Aufschluß über die Verhältnisse im inneren Auge, welche durch die getrübte Linse so nicht zu beurteilen sind. Desweiteren sollte vor einer solchen Operation die Funktion der Netzhaut mit Hilfe einer elektro-retinographischen Untersuchung (ERG) überprüft werden, um die Prognose hinsichtlich der Wiederherstellung des Sehvermögens abschätzen zu können.