Aus der Tierklinik am Stadtwald Frankfurt,
Leitender Tierarzt Dr. med. vet. Roger Bührer
Das "trockene Auge"
Volker Hach
Das Krankheitsbild des trockenen Auges (KCS = Keratokonjunktivitis sicca)
ist gekennzeichnet durch einen Mangel an Tränenflüssigkeit,
der zur Austrocknung von Bindehaut und Hornhaut führt. Die Folge
sind chronische Bindehaut- und Hornhautentzündungen, die mitunter
auch durch starke Eintrübungen der Hornhaut zu Seheinschränkungen
führen können. Die Tränenflüssigkeit besteht aus verschiedenen
Komponenten, die von verschiedenen Tränendrüsen und auch Anteilen
der Bindehäute und Lider gebildet werden. Der so gebildete Tränenflim
wird so bei jedem Lidschlag über das gesamte Auge verteilt und dient
neben der mechanischen Reinigung des Auges auch der Abwehr von Schmutz,
Staub und Krankheitserregern. Desweiteren spielt er bei der Ernährung
der Honrhaut eine wichtige Rolle und ist ist für ihre Durchsichtigkeit
im Wesentlichen verantwortlich.
Ursachen des "trockenen Auges":
- chronische Bindehautentzündungen
- Verletzungen/Prellungen im Kopfbereich, mit Schädigung der Nerven
- Vergiftungen
- Überdosierungn von Medikamenten
- Vitaminmangel (Vit. A)
- Infektionskrankheiten (Staupe)
- angeborene Disposition verschiedener Rassen, zu wenig Tränenflüssigkeit
zu produzieren ( z.B.: West Highland White Terrier, Chi hua Hua, Lhasa
Apso, Teckel, Zwergschnauzer)
Diagnose:
Die Diagnose "trockenes Auge wird bei der klinischen Untersuchung
gestellt. Im Anfangsstadium der Erkrankung können die Symptome sehr
diskret sein. Das betroffene Tier zeigt vermehrtes blinzeln, das Auge
sondert vermehrt einen gräulich-weißen Schleim ab. Im fortgeschrittenen
Stadium kommt es zu einer deutlichen Rötung der Bindehäute,
das Auge wird mehr oder weniger stark zugekniffen. Die anfangs gräulich-weißliche
Absonderung wird zunehmend gelbich-grün und bekommt einen sehr zähen
Charakter. Die Hornhaut wird matter und es kommt zu einer unterschiedlich
ausgeprägten Entzündung der Hornhaut. Um das Ausmaß der
verminderten Tränensekretion zu bestimmen, werden Papiermeßstreifen
in den unteren Bindehautsack verbracht und dort eine Minute belassen.
Durch eine Verfärbung der Meßstreifen kann der genaue Wert
der aktuellen Tränenskretion bestimmt werden. Im gesunden Auge beträgt
die Tränensekretion etwa 20 mm/Min.
Therapie:
In der Regel wird das trockene Auge mit verschiedenen Augensalben und
-tropfen behandelt. Wichtig dabei ist, bestehende bakterielle Infektionen
durch lokal angewandte Antibiotika abzuwehren und zugleich die fehlende
Tränenflüssigkeit durch häufige Verabreichung von Tränenersatzflüssigkeit
zu ersetzen. Nach Beseitigung der bakteriellen Infektion stellt die dauerhafte
lokale Verabreichung einer Cyclosporin-haltigen Augensalbe das Mittel
der Wahl dar, die die Tränendrüse zur vermehrten Sekretion von
Tränenflüssigkeit anregen soll.
Das trockene Auge muß dauerhaft und meist lebenslang behandelt
werden, da in den meisten Fällen eine ursächliche und damit
endgültige Heilung nicht möglich ist.
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