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Aus der Tierklinik am Stadtwald Frankfurt,
Leitender Tierarzt Dr. med. vet. Roger Bührer
Schädigung des inneren Meniskus
Volker Hach
Die Kreuzbänder sind für die normale Bewegung und Belastung
der Hintergliedmaße von großer Bedeutung. Die Zerreißung
des vorderen Kreuzbandes entsteht entweder durch ein starkes Trauma (gewaltsames
Überstrecken) oder altersbedingter Degenerationsveränderungen,
durch die das Band einer erhöhten Zerreißungsgefahr ausgesetzt
wird. Das hintere Kreuzband wird nur in sehr wenigen Fällen in Mitleidenschaft
gezogen. Durch den Riss des vorderen Kreuzbandes kommt es zu einer deutlichen
Instabilität im Kniegelenk. Die Gliedmaße wird nicht mehr belastet
und ist bei Manipulation sehr schmerzhaft. Das gerissene Kreuzband kann
unter keinen Umständen wieder zusammenwachsen. Bei einer Operation
wird die Funktion des gerissenen Kreuzbandes durch ein künstliches
Band ersetzt. Eine Operation ist immer empfehlenswert, da die frühe
Stabilisierung eine weitere Schädigung des Gelenkes verhindern soll.
In einigen Fällen kommt es zusätzlich zu einem Abriss des inneren
Meniskus. Dadurch kann es zu schnappenden Geräuschen während
der Bewegung oder klinischen Untersuchung kommen. Der Tierarzt kann meist
nur den Verdacht einer Schädigung des Meniskus äußern,
der letztendlich nur bei einem operativen Eingriff am Kniegelenk bestätigt
werden kann. Operationen am Kniegelenk sollten nur von einem erfahrenen
Chirurgen unter strengen aseptischen Bedingungen vorgenommen werden.
Verhaltensmaßnahmen nach der Operation
Nach einem chirurgischen Eingriff am Kniegelenk ist das Tier unbedingt
für 4-6 Wochen ruhig zu halten. Die Spaziergänge sollten von
kurzer Dauer sein und sind nur unter Leinenzwang durchzuführen. Durch
frühzeitige Aktivität kann es zu einer erneuten Instabilität
mit entzündlichen Reaktionen im Kniegelenk kommen. Die Wunde muß
von Ihrem Tierarzt regelmäßig kontrolliert werden. Nach etwa
6-8 Wochen sollte nur noch eine geringgradige Lahmheit bestehen.
Bei erfolgter Entfernung des Meniskus kann die Zeit bis zu einer schmerzfreien
Belastung jedoch etwas verlängert sein. Manche Tiere zeigen eine
etwas veränderte Gangart, die jedoch keine Auswirkung auf die normale
Funktionalität der Gliedmaße hat.
Bei jedem chirurgischen Eingriff kann es als mögliche Komplikation
zu einer Infektion kommen. Bei Verschlechterung des Allgemeinbefindens
oder plötzlicher Nicht-Belastung der operierten Gliedmaße sollten
Sie sofort Ihren Tierarzt aufsuchen. In manchen Fällen kann es auch
zu Abstoßungsreaktionen des Nahtmaterials kommen. Erste Hinweise
dafür geben Wundheilungsstörungen oder Wundsekret im Nahtbereich.
Bei Verdacht einer möglichen Komplikation sollten Sie umgehend Ihren
Arzt aufsuchen.
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